30.06.2017

Kirchenraum sinnvoll nutzen

„Wir haben eine Kirche – haben Sie eine Idee?“ Diese Frage stellt Stadtlücken e. V., ein Verein aus jungen Stadtplanern, Gestaltern und Architekten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Nutzung des Stadtraums offen und gemeinsam mit Betroffenen zu diskutieren. Konkret geht es bei dieser Frage um die Marienkirche südlich des Stadtzentrums. Das katholische Gotteshaus, besonders im Inneren stark renovierungsbedürftig, möchte seine Räume künftig öffnen und für mehr Menschen nutzbar machen. Wie genau das aussehen soll, darüber entscheiden nicht nur die Gemeindemitglieder: Vom 20. Mai bis zum 3. Juni konnten Besucher in einer offenen Werkstatt Vorschläge malen, beschreiben, basteln oder am Computer entwickeln. Welche Ideen umgesetzt und finanziert werden, entscheiden schlussendlich die Gemeinde und das Stadtdekanat im Einvernehmen mit der Diözese. Von einer Kletterwand über ein Zentrum für Seelenheil bis hin zu einer musikalischen Tischgemeinschaft reichen die Vorschläge der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger. In eine Disco oder ein Hotel, wie es mancherorts der Fall ist, verwandle sich die Marienkirche aber nicht, versichert Pastoralreferent Andréas Hofstetter-Straka gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Sowohl Gemeindevertreter als auch ein Großteil der Ideengeber sind sich jedoch in einem Punkt einig: St. Maria soll sich in einen Ort der Begegnung verwandeln, an dem niemand ausgegrenzt wird. Ob dies gelingt, wird sich voraussichtlich frühestens im Jahr 2020 herausstellen.

Foto: Laura Sprenger