04.08.2017

Tafel kritisiert Interpretation der Erwerbslosen-Statistiken

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Monatlich erreichen die Arbeitslosenzahlen neue Tiefststände. Laut Mitteilung von Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles vergangenen Juni liegt die Zahl der Erwerbslosen aktuell bei rund 2,5 Millionen – der niedrigste Wert seit 26 Jahren. Die Vermutung liegt nahe, dass mit mehr Erwerbstätigen die Bedürftigkeit abnimmt. Der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. stellt jedoch eine entgegengesetzte Entwicklung fest: Die Nachfrage sei höher denn je. Besonders betroffen seien neben Arbeitslosen Menschen in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. „Armut trotz Arbeit, das ist ein unhaltbarer Zustand. Umso schlimmer, dass die verantwortlichen Politiker nicht beide Seiten der Entwicklung in ihre Darstellung miteinbeziehen. Dabei ist offensichtlich, dass die Zahlen nicht die realen Zustände in Deutschland widerspiegeln“, kritisiert Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbands. Die mehr als 930 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an bis zu 1,5 Millionen bedürftige Menschen. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland.

Bild: Bundesverband Deutsche Tafel e. V.