Trott-war-Verkäufer machen Theater
„Schule der Arbeitslosen“ heißt das Stück, das Trott-war-Verkäufer 2009 auf der Bühne präsentierten. Es ist ein Schauspiel von Joachim Zelter in zwei Akten, das unter professioneller Leitung von Regisseur Jürgen Brandtner gespielt wird. Viel Presselob bekam das Stück, das authentisch ist, weil es von Menschen gespielt wird, die manche Situationen aus eigener Erfahrung kennen. Es geht um Arbeitslose, die in einem Trainingscamp kaserniert werden, um ihre Leistung zu steigern.
Aufgeführt wurde es unter anderem im kommunalen Kontakttheater (kkt) und im Theater der Altstadt.
Seit fünf Jahren schlüpfen Trott-war-Verkäufer in Schauspielerrollen. Alles begann 2004 – mit den Vorbereitungen zum 10-Jahr-Jubiläum von Trott-war.
Schon damals wollten Vereins- und Geschäftsführung bei der geplanten Jubiläumsfeier dem weltweit geltenden Straßenzeitungsprinzip der Beteiligung der Betroffenen Rechnung tragen. Für sie war klar, den Verkäuferinnen und Verkäufern sollte auch am Festabend eine tragende und zentrale Rolle zukommen.
Geschäftsführer Helmut H. Schmid verfasste daher das Stück „Die Armut liegt auf der Straße“. In den Szenen wird die Biografie eines Trott-war-Verkäufers vorgestellt. Es ist das Leben eines Außenseiters, mit dem Ämter und Mitmenschen übel umgehen. Hier spielte das gesamte Trott-war-Team mit: Geschäftsleitung, Redaktion, Grafik, Vertrieb, Zivi. Alle, Akteure wie Zuschauer, waren begeistert.
Trott-war hatte Feuer gefangen. „Die Armut liegt auf der Straße“ wurde bearbeitet und mit Schiller-Zitaten versehen, ein neuer Titel kam dazu, „Aus dem Leben des Rainer S“. Mit Unterstützung der Theatergruppe „Lokstoff“ wurde es im folgenden Jahr auf mehreren Bühnen in Stuttgart meist vor ausverkauftem Haus aufgeführt.
Und wieder hatte Trott-war eine Möglichkeit geschaffen, bei der den Verkäuferinnen und Verkäufern eine Gelegenheit geboten wird, neue Fähigkeiten bei sich zu entdecken, sich in einer neuen Rolle zu erleben und den Platz am Rand der Gesellschaft einmal einzutauschen mit dem im Rampenlicht. Wie von selbst lernen die Teilnehmer des Theater-Teams Dinge wie Teamwork und Teamgeist, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und dass die Anstrengungen vor den Auftritten reich belohnt werden durch den Applaus vor vollen Theatersälen.



